Rüsdorfer Kamp / QUARREE100

Seit Ende 2016 steht der "Rüsdorfer Kamp" im Fokus der Heider Stadtentwicklung. Im Rahmen einer umfassenden Bürgerbeteiligung erstellten Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam mit Fachleuten ein Konzept zur Weiterentwicklung des Gebiets. Anfang 2019 wurde das "Städtebauliche Quartierskonzept" durch den Bauausschuss und die Heider Ratsversammlung beschlossen.Neben der Städtebaulichen Entwicklung stehen seit einigen Jahren auch die Themen Energie und Klimaschutz auf der Agenda. Zeitgleich zur städtebaulichen Betrachtung wurde ein "Energetisches Quartierskonzept" erarbeitet. Auch dieses wurde duch die politischen Gremien der Stadt Heide angenommen. Im Zeitraum November 2017 bis Ende 2022 befasst sich zudem das von der Bundesregierung geförderte Energieforschungsprojekt QUARREE100 mit dem "Rüsdorfer Kamp".

Im Rahmen des Forschungsprojektes QUARREE100 hat sich die Stadt Heide mit 20 Partnern zusammengetan und einen Förderantrag für die Förderinitiative "Energieeffiziente Stadt / Solares Bauen" gestellt. Mit Erfolg: Im Herbst 2017 gaben die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Wirtschaft und Energie (BMWI) bekannt, dass das Heider Verbundvorhaben QUARREE100 mit rund 24 mio Euro gefördert wird. Es ist damit eines von sechs Modellquartieren der Energiewende in Deutschland. Koordiniert wird das Gesamprojekt von der AES-Institut der Universität Bremen und der Entwicklungsagentur Region Heide.

Welche Ziele verfolgt die Stadt Heide mit der Quartiersentwicklung im "Rüsdorfer Kamp"?

- Der innenstadtnahe "Rüsdorfer Kamp" soll langfristig aufgewertet werden

- Die vorhandenen städtischen Freiflächen sollen für den Wohnungsbau genutzt werden

- Den Boßelplatz gilt es zu einem städtischen Park weiterzuentwickeln

- Immobilieneigentümerinnen und -Eigentümer sollen Fördermittel für die (energetische) Sanierung ihrer Gebäude erhalten

- Die Stadt bildet die Schnittstelle zwischen verschiedenen Projekten, die im Gebiet stattfinden, z.B. zum Forschungsprojekt QUARREE100

Welche Vorteile bietet das energetische Sanierungsmanagement?

Steigende Energiekosten und die Frage, wie Heizkosten beispielsweise durch eine verbesserte Wärmedämmung gesenkt werden können, treiben vor allem Eigentümerinnen und Eigentümer älterer Immobilien um. Hinzu kommt, dass es zwar umfangreiche Fördermöglichkeiten zur Modernisierung des eigenen Gebäudes gibt – für den Laien sind diese aber kaum zu überblicken. Wenn es um die Planung von Sanierungen und die Beantragung von Fördergeldern geht, sind Hauseigentümerinnen und -Eigentümer fast immer auf Unterstützung von Fachleuten angewiesen. Dies ist der Ausgangsprunkt eines neuen Service, den die Stadt Heide im Rüsdorfer Kamp anbietet.

Gestartet wird ab Juni mit ersten Begehungen und Ansprache der Bewohnerinnen und Bewohner – soweit es die Abstandsregelungen in Corona-Zeiten ermöglichen. Zudem werden wieder Sprechstunden im Info-Container in der Rüsdorfer Straße 50 angeboten. Hier wird auch die Verknüpfung zum Forschungsprojekt QUARREE100 hergestellt, das eine klimafreundliche, zentrale Wärmeversorgung für das Quartier entwickelt.

Die Durchführung des energetischen Sanierungsmanagements im Rüsdorfer Kamp wird durch das Programm 432 (energetische Stadtsanierung) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) zu 85% gefördert. Die Stadt übernimmt den verbleibenden Anteil und möchte auf diesem Wege möglichst allen im Rüsdorfer Kamp Zugang zu kompetenter Beratung und Fördermitteln ermöglichen.

Terminvereinbarung für Energieberatungen:

Dipl.-Ing. Jörg Wortmann
Tel: 0170 / 44 21 51 8
j.wortmannwortmann-energiede

Kontakt und Informationen zum Projekt:

Aglaja Bitzinger, Fachdienst Städteplanung und Bauordnung
Postelweg 1, 25746 Heide
Tel.: +49 (0) 481 – 6850 – 623
aglaja.bitzingerstadt-heidede

Welche Ziele verfolgt das Forschungsprojekt QUARREE100?

QUARREE100 ist ein Forschungsprojekt in dem ein Teil der Fördergelder auch für die bauliche Umsetzung der zuvor erarbeiteten Forschungsergebnisse vorgesehen ist. Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung eines "resilienten, systemdienlichen und klimafreundlichen" Energiesystems für den "Rüsdorfer Kamp". Folgende Fragestellungen werden dabei vertieft bearbeitet:

- Wie kann die Energiewende in einem bestehenden Stadtquartier mit gemischtem Gebäudebestand gelingen?

- Wie kann der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid in den Sektoren Strom, Mobilität und Wärme auf nahezu Null reduziert werden?

- Lassen sich innovative Verfahren, z.B. die Wasserstoffproduktion in einem Wohnquartier nutzen?

- Welche Gesetzesänderungen sind erforderlich, um das Quartier effizient, klimaschonen und bezahlbar versorgen zu können?

- Welche Mitwirkungsmöglichkeiten haben die Bürgerinnen und Bürger bei der Planung um beim Betrieb des Energiesystems?

Das Projekt QUARREE100 ist aufgrund der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf den Zeitraum November 2017 bis Oktober 2022 festgelegt. Die Stadt Heide wird die Projektergebnisse in die langfrisitg angelegte Entwicklung des Quartiers einfließen lassen, z.B. in die Erstellung von Bebauungsplänen oder die Umsetzung von städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen. Die städtebauliche Entwicklung des Gebietes (z.B. der Wohnungsbau) ist kein konkreter Gegenstand des Projektes QUARREE100. Relevante Ergebnisse des Projektes fließen jedoch in die Planungen der Stadt Heide ein.

In welchem Zeitraum ist mit einer Umsetzung der Planungen zu rechnen?

Seit 2016 haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an den Zukunftsplanungen beteiligt. Dabei wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung eines bestehende Stadtquartieres viel Zeit in Anspruch nimmt. Ein Grund: Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen ist abhängig von Fördermitteln, die zunächst eingeworben werden müssen. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass die Planungen in verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Partnern stattfinden und deshalb umfangreich abgestimmt werden müssen. Die Umsetzung eines städtebaulichen Sanierungsgebietes, welches für den Rüsdorfer Kamp vorgesehen ist, beläuft sich auf ca. 15 Jahren.

Insbesondere Genehmigungsverfahren, an denen auch andere Landes- oder Bundesbehörden beteiligt sind, erfordern längere Bearbeitungszeiten. Für QUARREE100 hat im Zeitraum 2017 bis 2019 eine wissenschaftliche Analyse des Quartieres stattgefunden. Im Jahr 2020 wird die Umsetzungsplanung der Maßnahmen (z.B. Bau eines Wärmenetzes) entwickelt. Für 2021 wird der Baubeginn angestrebt. Wichtig ist hierbei, dass QUARREE100 bis zum Projektende im Oktober 2022 lediglich den Grundstein für eine Entwicklung legen wird, die noch mehrere Jahrzehnte andauern wird. Deshalb wird die Quartiersentwicklung im "Rüsdorfer Kamp" auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema in Heide bleiben.

Rüsdorfer Kamp und QUARREE100: Quartiersentwicklung in Heide

Der Rüsdorfer Kamp von obenQuartiersstudie Rüsdorfer Kamp (QUARREE100)Städtebauliches Quartierskonzept Rüsdorfer KampKonzeptentwurf: Quartiersplatz am Bahnhof (QUARREE100)Konzeptentwurf: Boßelplatz (QUARREE100)Konzeptentwurf: Quartierstreffpunkt und Kita (QUARREE100)Der Rüsdorfer Kamp aus der VogelperspektiveMehrfamilienhaus in der Hans-Böckler-StraßeGeschosswohnungsbau in der Hans-Böckler-StraßeEinfamilienhäuser in der Berliner StraßeHistorisches Bauernhaus in der Rüsdorfer StraßeBlick in die Rüsdorfer StraßeWindenergieanlagen in der Region HeideBlick von Westen auf die Fläche "Im Grund"Der Rüsdorfer KreiselBlick von Osten auf die Fläche "Im Grund"P+R-Fläche unter der StadtbrückeStädtebauliche Situation an der StadtbrückeOrtsbildprägendes Gebäude in der Rüsdorfer StraßeQuartiersfest Rüsdorfer Kamp im Spätsommer 2018Info-Abend des Projektes QUARREE100Quartiersmodell des Rüsdorfer KampsInfo-Container in der Rüsdorfer Straße 50Blick auf den Heider Bahnhof und den Rüsdorfer KampInfos-Container auf dem QuartiersfestQuartiersfest bei der Stiftung Mensch 2018Partnerversammlung von QUARREE100Historische Aufnahme der Straße "Im Redder"Blick auf Rüsdorf im Jahr 1907Info-Abend für AnwohnerBrachfläche entlang der BahnGeothermie_Probebohrung im Rüsdorfer KampRund 150 m Tief wurde auf dem Boßelplatz gebohrtBoßelverein Heid-RüsdorpBoßelplatz im QuartierskonzeptWärmebildaufnahme eines WohngebäudesStadtspaziergang durch den Rüsdorfer KampExkursion durch das Quartier

Weitere Fotos der Stadt Heide finden Sie direkt bei Flickr.

Informieren Sie sich über unsere Projekte - und bringen Sie Ihre Ideen ein!

Alle Arbeitsschritte im "Rüsdorfer Kamp" werden unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort entwickelt. Hierzu informieren wir regelmäßig:

- im Bauausschuss der Stadt Heide

- im QUARREE100-Newsletter

- wir bieten ca. einmal im Monat eine Bürgersprechstunde im Info-Container in der Rüsdorfer Straße 50 an

- im Rahmen weiterer Veranstaltungen, z.B. der "Heider Zukunftsgespräche", bei Stadtspaziergängen oder Exkursionen

Wenn Sie mehr über die Arbeit im "Rüsdorfer Kamp" erfahren oder selber an den Planungen mitwirken möchten, dann sprechen Sie uns gerne an.

Wissenswertes zum "Rüsdorfer Kamp" und zu QUARREE100

Nicht nur für Stadtplaner oder unsere Partner im Forschungsprojekt QUARREE100 ist die Arbeit im Rüsdorfer Kamp eine spannende Sache. Wer Interesse an Stadtentwicklung hat, kann anhand unseres Quartieres viel lernen über die historische Entwicklung von Stadtteilen und die jeweiligen Herausforderungen. Im ursprünglich eigenständigen, landwirtschaftlich geprägten Rüsdorf haben die Industrialisierung, der Wohnungsbau der Nachkriegszeit oder der Strukturwandel in den 1980er-Jahren Spuren hinterlassen. Mit den Plänen von QUARREE100 zur zukünftigen Energieversorgung oder der Schaffung zusätzlicher Wohnungen stehen weitere Veränderungen an. 

Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat über das Projekt QUARREE100

Im Rahmen des Future Energies Science Match in Kiel stellte Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat gemeinsam mit unseren Partnern das Projekt QUARREE100 vor. Zudem sind weitere Beiträge abrufbar:

- Prof. Dr. Gunther Gehlert (FH Westküste) erklärt das Energiekonzept von QUARREE100

- Prof. Dr. Christian Buchmüller (FH Westküste) berichtet über Rolle von "grünem Wasserstoff" im Projekt QUARREE100

- Anja Träger (FH Westküste) erklärt, wie "grüner Wasserstoff" gespeichert und transportiert werden könnte

- Vorstellung des Partnerprojektes Reallabor Westküste100

QUARREE100 und Rüsdorfer Kamp: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Bei unserer Arbeit vor Ort im Quartier oder bei Veranstaltungen, erhalten wir viele Fragen von Anwohnern, Interessierten oder Fachleuten. Haben Sie auch eine Frage?  Dann schreiben Sie uns: postoffice@stadt-heide.de

Was genau ist der "Rüsdorfer Kamp"?

Als "Rüsdorfer Kamp" wird ein Teilbereich des Heider Stadtteils Rüsdorf bezeichnet. Das Gebiet ist 20 Hektar groß und grenzt direkt an den Heider Bahnhof und die Stadtbrücke an. Der Markplatz befindet sich in fußläufiger Entfernung und ist in ca. 10-15 Minuten erreichbar. Rund 500 Menschen wohnen in dem Gebiet, hinzu kommen über 100 Arbeitsplätze. Die städtebauliche Struktur ist sehr gemischt und variert von historischen Bauern- und Handwerkerhäusern entlang der Rüsdorfer Straße bis hin zu größeren Geschosswohnungsbauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden.

Rüsdorf hat eine lange Geschichte und ist älter als die Stadt Heide. 1447 wurde Rüsdorf erstmals urkundlich erwähnt, 1924 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Heide. Im Quartier befinden sich mehrere große Freiflächen, die der Stadt Heide gehören. Diese sollen in den nächsten Jahren bebaut werden, sodass insbesondere im Bereich des bezahlbaren Wohnen neue Angebote entstehen.

Was macht das Quartier so besonders?

Zum einen bietet der Rüsdorfer Kamp Möglichkeiten einen baulichen Innenentwicklung. In direkter Nähe zum Bahnhof und zwischen FH Westküste und Innenstadt könnten zahlreiche neue Wohnungen entstehen. Ersten Planungen nach wäre es möglich zwischen 200 und 300 zusätzliche Wohneinheiten zu schaffen. Da sich bebaubare Flächen auch im Besitz der Stadt Heide befinden, bildet das Gebiet einen Schwerpunkt der mittel bis langfrisitgen Stadtentwicklung.

Mit dem Projekt QUARREE100 befasst sich zudem ein hochkarätiges Forschungsprojekt mit der Entwicklung des Quartiers. Gegenstand der Forschung ist die Frage, wie das Gebiet bis 2050 nahezu klimaneutral mit Energie versorgt werden könnte. Das Besondere: Der Rüsdorfer Kamp bildet aufgrund seiner gemischten Struktur einen städtebaulichen Querschnitt, der auf ganz viele Stadtquartiere in Deutschland zutrifft. Die Erforschung und Umsetzung der Energiewende in diesem Gebiet ist aus wissenschaftlicher Sicht von großen Interesse, da sich die Ergebnisse auf viele andere Stadtquartiere übertragen ließen.

 

Wie können die Anwohnerinnen und Anwohner profitieren?

Da es sich bei QUARREE100 um ein Forschungsprojekt handelt, das über einen Zeitraum von fünf Jahren neue Strategien für die ins Stocken geratene Energiewende entwickelt, ist diese Frage nicht abschließend zu beantworten. Für Anwohnerinnen und Anwohner sind folgende Aspekte des Projektes wichtig:

1. QUARREE100 informiert regelmäßig über die Arbeit und Zwischenergebnisse im Projekt. In unserem Newsletter erhalten Sie regelmäßig einen Überblick. Bei konkreten Fragen zur Quartiersentwicklung nutzen Sie gerne die Sprechstunden im Info-Container.

2. Das Projekt QUARREE100 strebt den Bau einer klimafreundlichen Nahwärmeversorgung an. Ziel ist es, innerhalb der Projektlaufzeit den Grundstein für den Ausbau des Netzes zu legen, sodass dieses bis 2050 Stück für Stück erweitert werden kann. Eine Nahwärmeversorgung bietet den Kunden die Möglichkeit, einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Eine hohe Versorgungssicherheit, langfrisitge Planbarkeit geringe Unterhaltungskosten sind weitere Vorteile.

3. Neben QUARREE100 organisiert die Stadt Heide im Rahmen der Städtebauförderung sowie des energetischen Sanierungsmanagements weitere Fördermittel zur Aufwertung des Stadtteils. Auch Anwohnerinnen und Anwohner sollen hiervon profitieren.

Gibt es unabhängige Beratungsstellen, die mir Auskunft zum Thema Nahwärmeversorgung geben können?

Für den Rüsdorfer Kamp möchte die Stadt Heide ein sogenanntes Sanierungsmanagement eingerichtet. Dieses bietet Beratungen für Immobilienbesitzer zur energetischen Sanierung von Gebäuden an. Dabei und im Projekt QUARREE100 arbeitet Stadt Heide auch mit den Energieberatern der Heider Verbraucherzentrale zusammen. Im Rahmen von Veranstaltungen oder individuellen Beratungsgesprächen können sich Interessierte auch unabhängigen Rat zum Thema Nahwärmeversorgung einholen.

 

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