Stadtgeschichte

Die Häuser brennen, wilde Söldner ziehen durch die Straßen und der schwarze Rauch verdunkelt den Himmel über der Stadt. Schweden zogen durch die Stadt, Russen und Franzosen besetzten Heide, selbst Wallensteins Scharen kamen bis hier an die Nordseeküste. Immer wieder brannte die Stadt und Krankheiten wüteten in Heide. Aber immer wieder erholte sich der Ort von seinen Wunden. Reges Handelsleben bestimmte nachfolgend die Entwicklung von der Stadt mitten in Dithmarschen. Noch heute, in der Überlieferung von über 500 Jahren, findet jeden Sonnabend der traditionelle Wochenmarkt auf dem größten unbebauten Marktplatzes Deutschlands statt.

Zum ersten Male wird Heide im Jahre 1434 als "Uppe de Heyde" urkundlich erwähnt. Durch die zentrale Lage und das Zusammentreffen der Hauptstraßen aus allen Himmelsrichtungen gewann Uppe de Heyde immer mehr an Bedeutung und bereits 1447 wird Heide Versammlungsort der Dithmarscher und damit Hauptort Dithmarschens. Dithmarschen war zu dieser Zeit eine selbständige Bauernrepublik. Im Jahre 1500 konnten die Dänen und norddeutschen Fürsten in der berühmten Schlacht bei Hemmingstedt bezwungen werden. Ein fürstliches Söldnerheer, die berüchtigte „Schwarze Garde“ wurde vollkommen von den „Bauern“ vernichtet. Aber 1559 wurde die Unabhängigkeit Dithmarschens in der "letzten Fehde" endgültig zerstört. Und wie erwähnt blieb Heide auch in der Folgezeit nicht von Kriegsereignissen verschont.

Über die Entstehung Heides gibt es weiterhin nur Erzählungen und Überlieferungen. So ist aus einem geschichtlichen Rückblick des Landvogts H. Boje aus dem Jahre 1577 zu entnehmen, dass die vier Dörfer Rickelshof, Lohe, Wesseln und Rüsdorf beschlossen haben, "auf ihren zusammenstoßenden Boden, fast mitten in der Heyde, eine Kapelle mit gemeinen Kosten zu erbauen und zu unterhalten". Weiterhin heißt es darin: "Der Loher und Rickelshofer Boden schießet so tief in die Heyde hinein, dass auf selbigem das Pastorenhaus soll erbauet sein."  Anderes Archivgut spricht von der Eröffnung einer Schänke inmitten einer Heidefläche im Schnittpunkt der Handelswege von Ost nach West und Süd nach Nord. Welches Ereignis den Anstoß zur Gründung gegeben hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Verwaltungsmäßig wird das Land ursprünglich in Feldgemeinschaften, die Eggen eingeteilt. Bis 1867 war Heide zuerst in vier, später in drei Eggen unterteilt, die alle mit dem gemeinsam erworbenen Land, dem Meent-Land, zusammenhängende Fragen regelten. Jede Egge hatte ihren Vorsteher, der mit Mehrheit gewählt wurde und die Versammlungen einberief. Die Eggen sind nach den Himmelsrichtungen benannt. Die Öster-, Süder- und Norderegge bestehen heute noch, während die Westeregge seit 1700 nicht mehr existiert. Heute sind die drei Eggen Gemeinschaften, die jährlich ihre Eggenfeste (Hohnbeer) mit Umzügen durch die Stadt feiern und so die niederdeutsche Tradition wahren. 1867 wurde Schleswig-Holstein eine preußische Provinz und 1870 bekam Heide durch die königliche Regierung in Schleswig die Stadtrechte verliehen.

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Neumünster -Heide im Jahre 1877 und dem Bau der Verbindung Hamburg - Itzehoe - Heide (1878) entwickelte sich Heide zu einem zentralen Ort an der Westküste. Nach 1945 wurden in Heide viele Flüchtlinge aufgenommen. Ein großer Teil von ihnen fand hier eine neue Heimat. Im Zuge dieser Entwicklung wurde Heide immer mehr zu einem Mittelpunkt als Stadt des Handels, Handwerks und Gewerbes. Anderseits wuchs aber auch die Bedeutung als Verwaltungszentrum für Dithmarschen und das angrenzende Umland. In den letzten Jahren hat sich Heide zu einem beliebten Tourismusort entwickelt. Heute zählt die Stadt ca. 20.700 Einwohner und ist und bleibt die Kreisstadt von Dithmarschen! 

Heide im Wandel der Zeit: Einblicke in das "alte Heide"

Das alte Rathaus Stadtleben vor 100 Jahren Historische Friedrichstraße Straßenverkehr in der Friedrichstraße Moderne Umgestaltung Schuhmacherort früher Kandelaber in alten Zeiten Marktplatz in den 1960er Jahren Weg zum Südermarkt Postelvilla in den goldenen 20ern Erste Autos auf dem Markt Ausflug in die Neue Anlage Markt-Ostseite mit Autoverkehr Blick Richtung Schuhmacherort Viel Verkehr in der Süderstraße Tankestelle auf dem Markt Wirtschaftswunderzeit in Heide Versammlung auf dem Markt Viehmarkt Wasserturm im Jahr 1910 Historischer Wulff-Isebrand-Platz

Weitere Fotos der Stadt Heide finden Sie direkt bei Flickr.

Das Heider Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Heide zeigt auf rotem Grund den barhäuptigen Ritter St.-Georg in silbern schimmernder Rüstung, der auf dem Leib eines auf dem Rücken liegenden silbern dargestellten Drachens steht und seinen Speer in dessen Rachen stößt. Links vom Ritter ist ein Anker und rechts ein Heidekrautbüschel zu sehen.

Das Haar, der Gürtel, die Sporen und der Speer des Ritters, die Augen des Drachens, der Anker und die Wurzeln des Heidekrautbüschels sind in Goldfarben gezeichnet, während das Heidekrautbüschel von der Wurzel an in Grün und die Blüten in Lila dargestellt sind.

Die Abbildung ist urheberrechtlich geschützt und darf nur mit Genehmigung des Bürgermeisters verwendet werden.

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