Heider Heimatmuseum

Schmiede

Im Foyer zur "Alten Schmiede" befindet sich eine Truhe aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die aus einem Bildhauerkreis in Heide stammt.

Das Hauptthema im Untergeschoss umfasst die Entstehung und Entwicklung der Stadt Heide mit Betonung der Zeit der Dithmarscher Bauernrepublik, die 1559 mit der Eroberung und Niederbrennung eben dieser endete. Außerdem wird die Bedeutung des Heider Marktplatzes für die Historie der Stadt und das Marktgeschehen in den 1950er Jahren dargestellt.

In einer Vitrine befindet sich das älteste Siegel der Stadt Heide, ebenso das Landrecht des Bauernfreistaates Dithmarschen, das erstmals 1447 in Heide niedergeschrieben wurde. Zwei Abgüsse von Sühnesteinen aus Lunden (1537) und Heide (1567) beleuchten zugleich die damalige Kleidung und die Rechtsverhältnisse.

Bei der 1987/88 durchgeführten Stadtgrabung (heute Markt 62) wurde der älteste Kachelofen des Nordens gefunden. Dieser 1559 beim Brand verschüttete Ofen wurde aus zum Teil kleinsten Bruchstücken rekonstruiert.

Umfangreiche Funde weiterer Stadtgrabungen, überwiegend aus dem 16. - 18. Jahrhundert werden gezeigt und erläutert, u.a. Grabungsfunde einer Töpferei.

Im Jahre 1631 wurde in Heide die erste Apotheke gegründet (Löwen-Apotheke), 1734 folgte dann die Hirsch-Apotheke. Zu diesem Thema wurde eine Auswahl von Apothekengefäßen und Haushaltsgeschirr zusammengestellt.

In dem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum im Obergeschoss finden Sonderausstellungen und Kulturveranstaltungen statt.

 

Stade

Im Obergeschoss des Stade-Hauses verläuft die Stadtgeschichte Heides von der Weimarer Republik weiter über den Ersten und Zweiten Weltkrieg bis in die 1950er Jahre. Im Untergeschoss kann der Besucher in das Leben des Heider Malers Nikolaus Bachmann eintauchen und einen Teil seines Mobiliars und natürlich seiner Werke sehen. 

 

Pferdestall

Das zweite Gebäude, der "Alte Pferdestall", ist dem Handwerk gewidmet. Hier sehen wir eine Stellmacherei, eine Tischlerei und eine Schuhmacherwerkstatt.

 

Klaus-Groth-Museum

Das dritte Gebäude ist das Geburtshaus des niederdeutschen Dichters Klaus Groth. Hier verlebte er seine Kindheit und Jugend und wohnte auch während seiner Lehrerzeit in Heide im väterlichen Haus (1841 - 1847). 

Das Gebäude ist ein Fleckenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Das lang gestreckte, eingeschossige Giebelhaus wurde 1796 vom Großvater erbaut. 

Die Einteilung des Hauses ist im ursprünglichen Zustand belassen worden.

Das Geburtszimmer wurde nach Zeichnungen des Malers Otto Speckter von 1853 rekonstruiert. In der Wand sind Bett (Alkoven) und Uhr fest eingebaut. Der Ofen (rechts) ein so genannter "Bilegger", wurde von der angrenzenden Küche aus beheizt.

Es schließt sich die wenig geräumige Küche an. Das Mobiliar wurden dem Museum von Heider Familien und Einrichtungen gestiftet. Zu den Gegenständen des täglichen Gebrauchs gehören Tongefäße, wie Schüsseln und Kummen sowie Gerätschaften für die Hausarbeit.

Klaus Groth - Sein Leben

1819   Geboren am 24. April in Heide, Lüttenheid 48

1835   Konfirmation; Schreiberlehrling beim Kirchspielvogt Dührsen

1842   Erfolgreiche Abschlussprüfung am Lehrerseminar in Tondern - 2. Mädchenschullehrer in Heide

1847   Krankheitshalber flieht Groth nach Fehmarn zu seinem Freund - Hier entsteht der "Quickborn"

1848   Veröffentlichung der ersten hochdeutschen Gedichte

1852   Im November liefert der Verlag Perthes, Besser & Mauke, Hamburg, den "Quickborn" aus

1853   Groth geht nach Kiel

1854   "Hundert Blätter", hochdeutsche Gedichte

1856   Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Uni Bonn "Trina", "Vertelln" 

1858   Kolloquium vor der Phil. Fakultät Kiel "pro venia legendi" Briefe über Hoch- und Plattdeutsch

1858   "Voer de Goern" erscheint bei G. Wiegand, Lübeck - Brahms vertont seine Gedichte

1859   Verlobung, dann Hochzeit mit Doris Finke (geb. 1830), Kaufmannstochter aus Bremen

1860   Sohn Detmar geboren

1863   Sohn Albert geboren

1864   "Fiev nie Leder ton Singen un Beden" erschienen beim Verlag Perthes, Besser & Mauke, HH

1865   Sohn Carl geboren

1866   Verleihung des Professortitels; Sohn Detmar stirbt

1866   Einzug in das eigene Haus am Schwanenweg; Sohn August geboren

1870   Zusammenbruch der Finkeschen Weinhandlung

1870   "Quickborn, 2. Teil" erscheint bei W. Engelmann, Leipzig

1876   "Ut min Jungparadies" - Reise mit der schwerkranken Frau nach Mentone

1877   "Witen Slachters" erscheint

1878   Doris Groth stirbt an Schwindsucht

1892   Groth stellt seine gesammelten Werke zusammen, die bei Lipsius & Tischer, Kiel, erscheinen

1895   Reise nach Capri

1899   24. April: Groth wird Ehrenbürger von Heide und Kiel

1899   01. Juni: Groth stirbt in Kiel - Grab auf dem Südfriedhof

Zurück