Technischer Defekt führte zu Fenster-Unglück an der Friedrich-Elvers-Schule

Der Fenster-Sturz an der Friedrich-Elvers-Schule, bei dem im vergangenen Jahr ein Schüler verletzt wurde, war ein Unfall. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Stadt Heide umgehend in Auftrag gegeben hat – und das nun vorliegt. „Demnach handelt es sich bei der Ursache um eine Verkettung unglücklicher Umstände“, sagt Andreas Wojta, Leiter des Fachbereichs Bau und Planung.

Am 23. Oktober hatte ein in das Gebäude fallender Fensterflügel einen Schüler während des Unterrichts am Kopf getroffen. Dabei erlitt das Kind so schwere Verletzungen, dass es auf der Intensivstation des Heider Westküstenklinikums (WKK) behandelt werden musste. Glücklicherweise konnte der Junge das Krankenhaus schon nach wenigen Tagen wieder verlassen.

Um den Hergang des Vorfalls zu klären, hat die Stadt Heide einen unabhängigen Sachverständigen eingeschaltet. Der kommt zu dem Ergebnis, dass ein kaputter Fenstergriff der Hauptgrund für das Unglück ist. „Die Ursache ist eine defekte Fensterolive, die bei Betätigung weder die Verriegelungsfunktion noch die Fehlbedienungssperre ausgelöst hat und so nur den Anschein erweckt, dass der Fensterflügel geschlossen beziehungsweise verriegelt wurde“, heißt es in dem zwölfseitigen Bericht des Gutachters. Im Klartext: Das Fenster wirkte für den jeweiligen Bediener geschlossen, tatsächlich wurde es aber nur von den Gummidichtungen, in die es hineingedrückt war, in Position gehalten. „Da keinerlei Verriegelungspunkte des Beschlags aktiv waren, „konnte schon eine relativ leichte Windböe den Fensterflügel aus dem Rahmen drücken“, so die Beurteilung des Experten. Fachbereichsleiter Andreas Wojta ergänzt dazu: „Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten wir heftigen Westwind, der genau auf betreffenden Fensterfront der Friedrich-Elvers-Schule stand.“ Da das Fenster – ebenfalls wegen der defekten Griff- und Verriegelungseinheit – gleichzeitig auf Dreh- und auf Kippfunktion eingestellt war, sei der „auffliegende“ Fensterflügel dann schräg über das sogenannte Ecklager in das Klassenzimmer gestürzt. „Diese plötzlich auftretenden  starken Kräfte konnte der Beschlag nicht aufnehmen, sodass er brach und der Flügel unkontrolliert nach innen gefallen ist“, erläutert Wojta. „Ein Fensterflügel wiegt immerhin rund 45 Kilo.“

Umso glücklicher ist der Fachbereichs-Chef darüber, dass der betroffene Junge inzwischen wieder zur Schule geht und der Unfall an der FES damit noch recht glimpflich ausgegangen ist. „Wir bedauern den Vorfall der außerordentlich“, sagt er. „Das Wichtigste ist für uns, dass es dem Schüler wieder gut geht.“

Um zu verhindern, dass sich das Unglück wiederholt, hat die Stadt direkt nach dem Vorfall alle Fenster der FES von einer Fachfirma überprüfen lassen. Die Handwerker stellten dabei keine weiteren Defekte fest. Zudem lässt die Stadt Heide aktuell auch in ihren anderen Schulen, etwa dem Gymnasium Heide-Ost, Fenster auf etwaige Mängel untersuchen. Weitere Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen seien bereits in Planung, so Andreas Wojta. In diesem Zusammenhang betont der Stadtmitarbeiter, dass Fenster grundsätzlich keiner Wartungspflicht unterliegen. „Aber wir wollen natürlich so weit wie möglich sicherstellen, dass sich so ein Unfall nicht noch einmal ereignet.“

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