Mit kurzen Wegen die Gemeinschaft stärken: Seit mehr als 15 Jahren setzt sich das Lokale Bündnis für Familie Heide dafür ein, dass Familien in der Dithmarscher Kreisstadt gute Lebensbedingungen vorfinden. Was 2008 begann, hat sich zu einem dicht geknüpften Netzwerk mit mittlerweile 49 Partnerorganisationen entwickelt – getragen von einer starken Verankerung in der Stadtverwaltung und einem engagierten ehrenamtlichen Kernteam. Für seinen großen Einsatz für die gute Sache wurde das Lokale Bündnis für Familie Heide jetzt von Bundesfamilienministerien Karin Prien zum Bündnis des Monats ausgezeichnet.
Die besondere Stärke des Bündnisses liegt in seinen kurzen Wegen. Ob Familienbildungsstätte, Jugendzentrum, Kinderschutzbund oder AWO: Bei Bedarf stimmen sich die Beteiligten rasch und reibungslos ab. Dafür sorgen insbesondere Heidrun Knape-Schaaf (Foto), Sprecherin des Bündnisses, und Dietmar Paczkowski (rechts im Bild), zentraler Ansprechpartner im Bündnisbüro. Regelmäßige Lenkungsgruppensitzungen und das beliebte Bündnisfrühstück sorgen dafür, dass Austausch und Zusammenarbeit lebendig bleiben. Die gute Vernetzung zahlt sich aus: Familien finden schneller Unterstützung, Partner können zielgerichteter helfen.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Bündnisarbeit ist dabei die Unterstützung von Eltern in herausfordernden Lebensphasen. Als besonders effektiv bewerten die Bündniskoordinatoren Heidrun Knape-Schaaf und Dietmar Paczkowski zwei Angebote, die seit einigen Jahren erfolgreich umgesetzt werden. So bietet das Bündnis eine von ihm finanzierte sozialpädagogische Elternberatung an, die Familien in Erziehungs- und Alltagsfragen unterstützt und in Kooperation mit der örtlichen Bildungsstätte umgesetzt wird. Ein in dieser Form außergewöhnliches Projekt zahlt auf die finanzielle Sicherheit von Familien in schwierigen Situationen ein: die Energieschuldenberatung. Hier vermittelt das Bündnis zwischen Familien, Stadtwerken und Beratungsstellen, wenn Strom- oder Heizsperren drohen. Dietmar Paczkowski hat hierbei die Rolle des Moderators im Prozess und begleitet jährlich über ein Dutzend Familien in dieser herausfordernden Phase. „Von 28 Fällen, die ich im letzten Jahr begleitet habe, kam es bei nur einem Haushalt zu einer Sperrung. Ich finde, das ist eine Quote, die sich sehen lassen kann!“, sagt Dietmar Paczkowski im Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre. Damit leistet das Bündnis einen wichtigen Beitrag zur sozialen Sicherheit von Haushalten mit Kindern. Auch im Bereich der Kinder- und Jugendbetreuung ist das Bündnis aktiv: Es wirkt an Ferienaktionen, Kinderfesten und Streetwork-Angeboten mit und unterstützt kreative Beteiligungsformate wie selbstgestaltete Plakate zum Internationalen Kindertag.
In den kommenden Jahren will das Bündnis die Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft intensivieren. Ziel ist es, familienfreundliche Arbeitsbedingungen sichtbarer zu machen und Unternehmen stärker für das Thema Vereinbarkeit zu gewinnen. Denkbar sind Betriebsbesuche, Fragebögen und mittelfristig ein regionales Anerkennungssiegel. Dabei besteht bereits ein guter Draht zur Geschäftsstelle Dithmarschen der IHK Flensburg. So hat das Lokale Bündnis in Heide in den letzten Jahren beim regionalen Innovationspreis für Ideen aus Dithmarschen Plietsche Lüüd mitgearbeitet. Der Ausdruck kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet: kluge Leute. Der Preis zeichnet kreative Ideen und Projekte in Kategorien wie Unternehmen, Bildung und Ehrenamt aus. Ein weiteres Zukunftsprojekt ist der Aufbau einer Begegnungsstätte für Jung und Alt. Sie soll Raum für Austausch, Kultur und niedrigschwellige Beratung bieten – ein Ort, der Generationen zusammenbringt. Noch fehlen passende Räumlichkeiten und finanzielle Mittel, doch das Bündnis arbeitet bereits an Umsetzungsideen.
Die Arbeit des Bündnisses erfährt hohe Wertschätzung, auch politisch. Regelmäßig würdigen Bürgermeister und Stadtvertretung den Beitrag des Netzwerks zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Heide. Für die überwiegend ehrenamtlich Engagierten ist das eine wichtige Bestätigung. „Das Lokale Bündnis für Familie leistet seit vielen Jahren einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt", betont Stadtpräsident Michael Stumm (links im Bild). Und Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat (2. von rechts) ergänzt: "Mit seinem großen Engagement, der engen Vernetzung unterschiedlichster Akteure und seinem klaren Blick für die Bedürfnisse der Menschen stärkt das Bündnis nachhaltig das Miteinander und die Lebensqualität – und das über die Grenzen Heides hinweg."
Viele kleine Erfolge ergeben ein großes Ganzes – diesen Leitsatz nennt das Bündnisteam als zentrale Motivation. Statt sich von großen Herausforderungen abschrecken zu lassen, setzt es Schritt für Schritt Verbesserungen für Familien in der Stadt um. Mit Erfolg und mit anhaltender Begeisterung. Das Lokale Bündnis für Familie Heide zeigt, wie kommunale Netzwerkarbeit gelingen kann, wenn Engagement, Verlässlichkeit und Kreativität zusammenkommen.










