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Grußwort zum Jahreswechsel

Liebe Heiderinnen und Heider,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus den Umlandgemeinden,
liebe Freundinnen und Freunde der Marktstadt im Nordseewind,

die Advents- und Weihnachtszeit hat begonnen. Das Jahr befindet sich also auf der Zielgeraden. Für uns ist das traditionell der Moment, um die Geschehnisse der vergangenen Wochen und Monate noch einmal Revue passieren zu lassen. Gemeinsam haben wir viele schöne Augenblicke erlebt, mussten aber auch die eine oder andere schlechte Nachricht verkraften. Wir blicken deshalb mit gemischten Gefühlen auf 2022 zurück.

Hatten wir gehofft, die schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie endlich hinter uns zu lassen und langsam wieder in ruhigere gesellschaftliche Fahrwasser zu kommen, wurden wir plötzlich und unvermittelt mit der nächsten großen Krise konfrontiert. Der völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine verursacht unfassbares Leid und hat schwerwiegende Folgen für das weltweite Miteinander – auch für uns als Stadt. Flüchtlingszustrom, Inflation und Sorge um die Energieversorgung stellen uns in nahezu allen Bereichen vor neue, bisher unbekannte Herausforderungen. Und als wären die durch Covid-19 und den brutalen Krieg hervorgerufenen Belastungen nicht schon groß genug, wurde unsere Gemeinschaft in diesem Jahr auch noch von zwei besonders schlimmen Gewalttaten erschüttert: Einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung in der Marktpassage, in deren Folge ein junger Mann im Mai viel zu früh sein Leben verlor, und der Tötung einer Frau, die Ende Oktober auf offener Straße von ihrem Ex-Partner niedergeschossen wurde. Noch immer sind wir fassungslos und traurig, dass mitten unter uns so schreckliche Dinge passiert sind. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Familien sowie den Freundinnen und Freunden der beiden Verstorbenen.

Angesichts der beinahe täglichen Krisenmeldungen und Hiobsbotschaften freut es uns umso mehr, wie stark Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft hier bei uns in der Region sind.  Wir haben es schon im vergangenen Jahr gesagt: Die Menschen an der Westküste sind gut im Aufeinander-Acht-Geben. Und daran hat sich trotz der komplizierten politischen und wirtschaftlichen Großwetterlage in Europa glücklicherweise nichts geändert. Wie wichtig dieses Wir-Gefühl ist, zeigen nicht zuletzt die Geschehnisse, die sich im Frühjahr und Sommer rund um den Südermarkt abgespielt haben. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung, an der sich viele haupt-, neben- und ehrenamtliche Akteure beteiligt haben, ist es uns gelungen, die Zahl der Straftaten zu senken und die Lage insgesamt deutlich zu beruhigen. Auch dass wir seit Kriegsbeginn alleine als Stadt Heide bisher fast 200 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben, ist ein weiteres tolles Beispiel dafür, dass wir eine solidarische und offene Gemeinschaft sind. Wir kümmern uns – und darauf können wir sehr stolz sein!

Diese Erkenntnis ist aber bei Weitem nicht das einzig erfreuliche Erlebnis, das uns das Jahr 2022 gebracht hat. So haben wir es wieder geschafft, die Stadt in vielen Bereichen weiterzuentwickeln. Wichtige Vorhaben wurden angeschoben bzw. in die Tat umgesetzt. Gerade erst vor wenigen Tagen ist der ZOB an seinen neuen Standort am Bahnhof umgezogen. Das sorgt für kürzere Wege, schnelleres Umsteigen und macht uns damit in Sachen ÖPNV deutlich attraktiver, was letztlich auch der Umwelt zugutekommt. Apropos: Das Thema Klimaschutz steht ab sofort noch höher auf der städtischen Agenda. Mit großer Mehrheit hat die Ratsversammlung vor Kurzem ein Konzept verabschiedet, mit dem Heide bis 2045 CO2-neutral werden soll. Mit dieser Entscheidung sind wir im Landes- und Bundesvergleich vorne mit dabei. Dazu passt, dass wir unsere Vorreiterrolle in Sachen Grüne Energie weiter ausbauen konnten. Zusammen mit dem Umland und starken Partnern aus verschiedenen Bereichen haben wir innovative Leuchtturm-Projekte wie das Wasserstoff-Reallabor Westküste100, das klimaneutrale Stadtquartier QUARREE100 und die Gründung einer neuen Fernwärmegesellschaft vorangetrieben.

Gerade in diesen Zeiten müssen Verwaltung und Politik vor Ort für Kontinuität und Sicherheit sorgen und durch gezielte Investitionen dazu beitragen, den Standort lebens- und liebenswert zu halten. Bei dieser Aufgabe gilt es jedoch auch immer, die Interessen aller im Auge zu behalten. Knappe finanzielle Mittel lassen aber manchmal keine andere Wahl, Prioritäten bei den vielfältigen Entscheidungen über Investitionen zu setzen. Beispielhaft möchten wir an dieser Stelle den Neubau des Schulzentrums Heide-Ost nennen. Denn es gibt positive Neuigkeiten. Trotz der immens gestiegenen Baukosten – sie belaufen sich aktuellen Schätzungen zufolge auf rund 100 Millionen Euro – hat die Stadtpolitik grünes Licht für das ehrgeizige Projekt gegeben. Wohlgemerkt: Es handelt sich um die größte öffentliche Investition der Stadtgeschichte. Doch das Geld ist es uns wert. Denn zum einen entsprechen die Lernbedingungen in dem doch ziemlich in die Jahre gekommenen Gebäude schon lange nicht mehr den modernen Anforderungen. Und zum anderen ist eine gute Bildung zugleich Schlüssel und Grundlage für ein geordnetes, gleichberechtigtes und friedliches Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft. Dazu wollen wir weiter unseren Beitrag leisten, zumal wir uns als Kreisstadt und Mittelzentrum in besonderer Weise dazu verpflichtet sehen, vom Kindergarten bis zur Fachhochschule ein möglichst breites und attraktives Betreuungs- und Bildungsangebot vorzuhalten.

Fortschritte haben wir aber auch in anderen Bereichen gemacht, etwa bei der Schaffung von Wohnraum für alle Alters- und Einkommensgruppen, etwa mit dem B-Plan 73 Am zweiten Nußgang. Außerdem steht die neue Seniorenresidenz der Orpea-Gruppe an der Stadtbrücke kurz vor der Fertigstellung. Auch bei der weiteren Umsetzung des Radverkehrskonzepts und bei der Sanierung unserer Straßen, Wege und Plätze sind wir große Schritte vorangekommen. So erstrahlt zum Beispiel die Sophie-Dethleffs-Straße seit diesem Jahr in neuem Glanz. Und aus der unansehnlichen Bahnhof-Brache zwischen Güter- und Kreuzstraße ist eine schmucke Grünanlage mit viel Aufenthaltsqualität und Sportmöglichkeiten geworden. Schauen Sie sich den kleinen Park doch gerne einmal an. Es lohnt sich.

Ganz besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf der möglichen Ansiedlung des Konzerns Northvolt. Direkt vor den Toren unserer Stadt soll eine Giga-Fabrik für umweltschonende E-Auto-Batterien entstehen. Wir begrüßen dieses Milliardenvorhaben, schließlich geht von ihm ein großer Entwicklungsschub für die gesamte schleswig-holsteinische Westküste aus. Nicht nur wegen der 3000 neuen Arbeitsplätze. Wir sehen die Fabrik zudem als einzigartige Möglichkeit, den vielen grünen Strom aus der Region weitestgehend nachhaltig zu nutzen. Das passt gut sehr in unser Portfolio. Wir werden daher weiterhin alles dafür tun, dass Northvolt 3 tatsächlich nach Dithmarschen kommt.

Gefeiert haben wir 2022 auch. Und wie! Einer der vielen Veranstaltungshöhepunkte war der 16. Heider Marktfrieden. Obwohl unser großes Mittelalterspektakel diesmal coronabedingt in abgespeckter Form stattfand, zog das Fest mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern auf unseren Marktplatz. Dieses Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Liebe Heiderinnen und Heider,
liebe Bürgerinnen und Bürger aus den Umlandgemeinden,
liebe Freundinnen und Freunde unserer Stadt,

es passiert viel in Heide. Und es wird viel dafür getan, dass die Stadt ein attraktiver Ort zum Leben, Arbeiten und Freizeitverbringen – kurzum: zum Wohlfühlen – bleibt. Von uns als Politik und Verwaltung, aber Sie tragen mit Ihrem tagtäglichen Wirken dazu bei. Wir bedanken uns ganz besonders bei allen, die wieder tatkräftig daran mitgearbeitet haben, unsere Stadt mit Leben zu füllen. Egal ob in den unzähligen Vereinen und Verbänden, den verschiedenen Institutionen und Initiativen oder als Einzelperson. Sie sind eine große Bereicherung.

Bleiben Sie Ihrer Marktstadt im Nordseewind auch im kommenden Jahr gewogen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Lieben im Namen der gesamten Stadtpolitik und Stadtverwaltung ein friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und ein frohes 2023. Mit Erfolg, Glück und Gesundheit. 

Ihr                                                       Ihr

Michael Stumm                                 Oliver Schmidt-Gutzat
Bürgervorsteher                               Bürgermeister

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