Frischwasser-Kur für den Ostpool

Das Wasser im Ostpool wird aufgefrischt: Um eine Gesundheitsgefährdung und ein Wasservogelsterben zu verhindern, lässt die Stadt Heide jetzt den Teich der Grünanlage zwischen Brahmsstraße und Österweide auffüllen.

In den vergangenen Wochen ist der Wasserstand des Ostpools deutlich gefallen – um knapp einen halben Meter. Grund dafür ist das Sommerwetter. Sonnenschein und die warmen Temperaturen haben viel Wasser verdunsten lassen. Im südlichen Bereich des künstlichen Teichs tritt teilweise schon der Grundschlamm zu Tage.

Im Zusammenspiel mit dem geringen Sauerstoffgehalt und der hohen Nährstoffkonzentration wird der niedrige Pegel zu einer Gefahr für Enten, Möwen und andere Wasservögel, die am und im Ostpool leben, erklärt Stefan Vergo. „Unter diesen Voraussetzungen vermehren sich die giftigen Botulismus-Bakterien sehr stark“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Heide GmbH. „Insbesondere bei langen Hitzeperioden. Es fehlt nicht viel, und der Ostpool kippt um."

Die Enten nehmen den lebensbedrohlichen Erreger zum Beispiel beim Gründeln auf, wenn sie abgestorbene Wasserpflanzen, Schnecken, Muscheln oder Insekten in den Schnabel bekommen. Der Stadtwerke-Chef: „Die Tiere werden krank und verenden oft qualvoll.“ Meistens bleibe es nicht bei Einzelfällen. „Über die Nahrungskette entwickelt sich der Botulismus schnell zu einer Epidemie.“ Ein Problem, das nicht zuletzt Zoos und Tierparks aus leidvoller kennen und fürchten.

Bislang gibt es am Ostpool keinen Botulismus-Fall. Und dabei soll es bleiben. Deshalb haben sich Stadtverwaltung, Baubetriebshof und Stadtwerke nun zu einer vorbeugenden Maßnahme entschieden. „Wir füllen den Teich auf“; sagt Bürgermeister Ulf Stecher (CDU). Mit dem Vorgehen soll der Sauerstoffgehalt im Gewässer erhöht und dem Clostridium botulinum – so der lateinische Name des gefährlichen Bakteriums – der Nährboden entzogen werden. „So sorgen wir dafür, dass die grüne Brühe, die der Ostpool im Moment darstellt, nicht zur Gefahr für Mensch und Tier wird.“ Denn einige der Keime aus der Botulismus-Familie können auch den Menschen betreffen.

Für die Aktion haben die Verantwortlichen die Heider Feuerwehr ins Boot geholt. Sie wird den Teich am Fuß des Wasserturms heute Nacht mit Frischwasser auffüllen. Stecher: „Die Entscheidung ist uns angesichts der andauernden Hitzephase und dem damit einhergehenden Aufruf zum Wassersparen nicht leicht gefallen. Schließlich entnehmen wir eine erhebliche Menge Wasser aus dem öffentlichen Netz.“ Nach gründlicher Abwägung sei man jedoch zu dem Schluss gekommen, dass der Gefahrenabwehr und dem Tierschutz-Gedanken Vorrang einzuräumen ist. „Wir wenden damit einen größeren Schaden ab.“ Um das Netz nicht zu stark zu belasten, erfolge die Maßnahme nachts, so der Bürgermeister weiter. Denn zu dieser Zeit werde von den Menschen in der Stadt weniger Wasser verbraucht als am Tag.

Trotz der großen Wasserentnahme – Engpässe bei der Wasserversorgung der Bürger wird es nicht geben, betont Stadtwerke-Aufsichtsrat Kristian Esch. „Es ist genug für alle da.“ Jan Nagel, Fachbereichsleiter Wasserwerk, bestätigt das: „Für uns ist das kein Problem. Wir müssen zurzeit noch nicht einmal alle Pumpen laufen lassen.“

Bereits heute Morgen rückte der Baubetriebshofs am Ostpool an. Er nutzte den niedrigen Wasserstand, um den Teich grundlegend zu reinigen. „Normalerweise kommen wir an vieles, was auf dem Grund liegt, nicht heran“, erläuterte Bauhof-Leiter Ole Röpke, während seine Mitarbeiter allerhand Müll und Weggeworfenes aus dem Wasser zogen. „Jetzt haben wir es leichter.“

Von anderen Teichen in den öffentlichen Anlagen der Stadt in der Stadt, etwa dem in der neuen Anlage, geht derzeit keine Botulismus-Gefahr aus.

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