Corona-Lockerungen: Bürgermeister unzufrieden mit Bund und Land

Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat (SPD) ist mit dem Corona-Krisenmanagement von Bund und Land unzufrieden. Der Heider Verwaltungschef bemängelt insbesondere den Umfang und den Zeitpunkt der seit heute geltenden Lockerungen. „Unter den gegeben Umständen sind sie zwar angemessen, aber eigentlich müssten wir schon viel weiter sein“, sagt Schmidt-Gutzat. „Nachdem der Bund Anfang des Jahres den Impfstart vermasselt hat, hätte sofort eine Schnelltest-Strategie als Brückenlösung entwickelt werden müssen.“ Mit dieser Strategie, da ist sich Schmidt-Gutzat sicher, wären Lockdown-Erleichterungen viel früher möglich gewesen. „Dann hätten wir jetzt zum Beispiel schon wieder viel mehr Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht.“

In Landkreisen mit stabiler niedriger Inzidenz – zu denen Dithmarschen seit mehreren Wochen gehört – müssen weitreichendere Öffnungen, etwa von Schulen und der Gastronomie, stattfinden, fordert der Heider Bürgermeister. „Gerade der Schulunterricht ist lokal begrenzt und vergleichsweise gut kontrollierbar. Bei etwaigen Infektionen können Schülerinnen und Schüler immer wieder punktuell ins Homeschooling oder in den Schichtunterricht geschickt werden. Noch immer fehlt es dafür aber an einer klaren Perspektive, trotz des sogenannten Perspektivplans der Landesregierung. Seit Monaten kämpfen unsere Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern mit dem Homeschooling. Seit Monaten sorgen die Menschen in Dithmarschen mit viel Verzicht und Einschränkungen für geringe Inzidenzwerte. Wo immer es die Inzidenz zulässt, müssen die Bürgerinnen und Bürger – durch Lockerungen entlastet werden.“

Seine Kritik am Corona-Krisenmanagement richtet sich explizit an die Bundes- sowie an die Landesregierung, betont Oliver Schmidt-Gutzat. „Auf den Kreis Dithmarschen trifft das nicht zu. Landrat Stefan Mohrdieck und sein Team leisten hervorragende Arbeit.“

Mit seinem Unmut steht der Heider Verwaltungschef nicht alleine da. In einem Schreiben an den Ministerpräsidenten haben die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der schleswig-holsteinischen Mittelstädte in der vergangenen Woche klare und konkrete Lockerungsregelungen für Landkreise mit niedriger Inzidenz gefordert. Schmidt-Gutzat: „Diese Lockdown-Erleichterungen müssten dann mit Corona-Schnelltests abgesichert werden.“

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