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Über die Entstehung Heides gibt es nur Erzählungen und Überlieferungen. So ist aus einemg eschichtlichen Rückblick des Landvogts H. Boje aus dem Jahre 1577 zu entnehmen, dass die vier Dörfer Rickelshof, Lohe, Wesseln und Rüsdorf beschlossen haben, "auf ihren zusammenstoßenden Boden, fast mitten in der Heyde, eine Kapelle mit gemeinen Kosten zu erbauen und zu unterhalten". Weiterhin heißt es darin: "Der Loher und Rickelshofer Boden schießet so tief in die Heyde hinein, dass auf selbigem das Pastorenhaus soll erbauet sein." Anderes Archivgut spricht von der Eröffnung einer Schänke inmitten einer Heidefläche im Schnittpunkt der Handelswege von Ost nach West und Süd nach Nord. Welches Ereignis den Anstoß zur Gründung gegeben hat, läßt sich nicht mehr rekonstruieren.
Zum ersten Male wird Heide im Jahre 1434 als "Uppe de Heyde" urkundlich erwähnt. Bereits 1447 wird Heide Versammlungsort der Dithmarscher und damit Hauptort Dithmarschens. Dithmarschen war zu dieser Zeit eine selbständige Bauernrepublik. Im Jahre 1500 konnten die Dänen und norddeutschen Fürsten in der Schlacht bei Hemmingstedt bezwungen werden. Aber 1559 wurde die Unabhängigkeit Dithmarschens in der "letzten Fehde" endgültig zerstört. Auch in der Folgezeit blieb Heide nicht von Kriegsereignissen verschont.
Wallensteins Scharen kamen bis hierher, Schweden zogen durch die Stadt, Russen und Franzosen besetzten Heide. Als Folgeerscheinung wüteten Feuersbrunst und Krankheit in Heide. Aber immer wieder erholte sich der Ort von seinen Wunden. Reges Handelsleben bestimmte nachfolgend die Entwicklung von Heide. Noch heute, in der Überlieferung von über 500 Jahren, findet jeden Sonnabend der traditionelle Wochenmarkt auf dem größten unbebauten Marktplatzes Deutschlands statt.
Verwaltungsmäßig wird das Land ursprünglich in Feldgemeinschaften, die Eggen eingeteilt. Bis 1867 war Heide zuerst in vier, später in drei Eggen unterteilt, die alle mit dem gemeinsam erworbenen Land, dem Meent-Land, zusammenhängende Fragen regelten. Jede Egge hatte ihren Vorsteher, der mit Mehrheit gewählt wurde und die Versammlungen einberief. Die Eggen sind nach den Himmelsrichtungen benannt. Die Öster-, Süder- und Norderegge bestehen heute noch, während die Westeregge seit 1700 nicht mehr existiert. Heute sind die drei Eggen Gemeinschaften, die jährlich ihre Eggenfeste (Hohnbeerfeste) mit Umzügen durch die Stadt feiern und so die niederdeutsche Tradition wahren. 1867 wurde Schleswig-Holstein eine preußische Provinz und 1870 bekam Heide durch die königliche Regierung in Schleswig die Stadtrechte verliehen.
Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Neumünster -Heide im Jahre 1877 und dem Bau der Verbindung Hamburg - Itzehoe - Heide (1878) entwickelte sich Heide zu einem zentralen Ort an der Westküste. Nach 1945 wurden in Heide viele Flüchtlinge aufgenommen. Ein großer Teil von ihnen fand hier eine neue Heimat. Im Zuge dieser Entwicklung wurde Heide immer mehr zu einem Mittelpunkt als Stadt des Handels, Handwerks und Gewerbes. Anderseits wuchs aber auch die Bedeutung als Verwaltungszentrum für Dithmarschen und das angrenzende Umland. In den letzten Jahren hat sich Heide zu einem beliebten Tourismusort entwickelt. Heute zählt die Stadt ca. 20.700 Einwohner und ist und bleibt die Kreisstadt von Dithmarschen!